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Realistische Unfalldarstellung

by Andreas Schiweck last modified 2008-07-21 18:29
Realistische Unfalldarstellung Erste Kapitel einer Arbeitshilfe rund um die realistische Unfalldarstellung (RUD).

Schminken von Brandwunden

Es gibt viele verschiedene Methoden Brandwunden zu schminken.

Brandwunden werden meist bei Feuerwehr- oder Großübungen geschminkt. Der Fantasie des Schminkers bei der Auswahl der Materialien und der Art der Brandverletzung sind da wenig Grenzen gesetzt. Er sollte aber eines bedenken:

Zuviel Schminke wirkt unrealistisch!

Gelatine

Materialien:

  • hellrote, dunkelrote und schwarze Farbe oder Spray
  • Gelatineblättchen
  • heißes Wasser
  • Spatel und Schwamm
  • weißes Puder
  • ev. Schmutz, Asche

Durchführung

  1. Haut mit Farbe grundieren
  2. Gelatineplatte in heißem Wasserbad einweichen (bis kurz vom aufweichen)
  3. Gelatine auf die Haut legen und mit Spatel kleine Hautfalten nachbilden
  4. Puder, Asche und Schmutz in die Gelatine streuen
  5. ggf. noch mit Farbe nacharbeiten.
Brandwunden mit Gelantine

Das Resultat

Brandwunden mit Gelantine

Gela-Fixhaut®

Das Schminken mit Gela-Fixhaut® erfordert viel, viel Übung, Glück und Geduld.

Materialien:

  • Gelafix
  • rote, schwarze Fettfarbe
  • heißes Wasser
  • Spachtel
  • eine nicht hitzeempfindliche Mime

Durchführung

Gelafix in heißem Wasser (ca. 65° ±5°) erhitzen. Nur dann läßt es sich vernünftig verarbeiten. Das heiße Gelafix mit dem Spachtel als Brandblase auf der Haut auftragen.

Brandwunden mit Gela-Fixhaut®

Anschließend die umliegende Haut mit den Fettfarben schminken.

Das Resultat


Brandwunden mit Gela-Fixhaut®

Haargel

Materialien:

  • Haargel
  • Pflasterstreifen oder Klebepunkte
  • Farbspray oder Fettschminke rot und schwarz
  • weißes Puder
  • ev. Asche, Dreck

Durchführung

  1. Pflaster kreisförmig ausschneiden und auf die Haut kleben. Alternativ können auch Klebepunkte verwenden werden.
  2. Brandrötung anschminken
  3. Pflaster/Klebepunkte entfernen und auf diese Hautpunkte mit Haargel die Blasen modellieren.
  4. Abpudern, Blasen ev. auseinanderziehen
  5. Blasenränder ggf. schwärzen.
Brandwunden mit Haargel

Das Ergebnis


Brandwunden mit Haargel

Klebstoff (angezündet)

Relativ einfach und schnell ist das Schminken von Brandwunden mit Klebstoff (z.B: Uhu). Dabei wird der Klebstoff vorher angezündet, um eine realistischen Effekt zu erreichen.

Materialien:

  • brennbarer Klebstoff
  • Feuerzeug
  • rote, schwarze Wasserfarbe
  • Schwamm
  • Mastix, -entferner
  • brandfeste Unterlage

Durchführung

  1. Klebstoff im Freien (sonst stinkt es) auf der brandfesten Unterlage anzünden.
  2. Die Haut mit den Wasserfarben grundieren
  3. Angebrannte Klebe mit Mastix als Brandblase auf der Haut platzieren und nachschminken.
Brandwunden mit Klebstoff (angezündet)

Das Resultat

Brandwunden mit Klebstoff (angezündet)

Als feuerfeste Unterlage bietet sich dabei nicht unbedingt der Teller der Landesschule an.

Von diesem möchte bestimmt keiner mehr essen:

Brandwunden mit Klebstoff (angezündet)

Latex

Sehr haltbar sind Brandwunden, die mit flüssigem Latex fixiert werden. Das Schminken braucht allerdings etwas Zeit.

Materialien

  • rote und schwarze Fettfarbe
  • Zellstoff
  • Vaseline
  • Latexmilch
  • Fön
  • Ruß und Asche
  • nach Bedarf Blut, Glycerin o.ä.

Durchführung

  1. Fettfarben auftragen, für Blasen stellenweise entfernen.
  2. Vaselineblasen auftragen und mit Zellstoff bedecken.
  3. Latexmilch aufpinseln/tupfen
  4. mit Asche, Ruß sowie roter und schwarzer Farbe nachfärben
  5. Latexmilch mit Fön trocknen. Sie wird dabei klar.
  6. ggf. Blasen aufreißen, nachschminken und mit Glycerin o.ä. "einnässen"

Das Resultat

Bevor wir das fertige Resultat im Bild festhalten konnten, hat der Künstler es schon wieder zerstört. Das gehärtete Latex bildet eine feste zweite Haut.

Honig und Zellstoff

Honig ist ein einfach zu beschaffendes Material, um Brandblasen darzustellen. Im Sommer ist es allerdings im Freien ungeeignet, da Honig auch Wespen etc. anzieht.

Materialien

  • rote und schwarze Fettfarbe
  • Zellstoff
  • Honig
  • Spachtel
  • Ruß und Asche

Durchführung

  1. Haut mit Fettfarben grundieren
  2. Honig mit Spachtel auftragen und Blasen bilden
  3. mit dünnem Zellstoff abdecken und erneut mit Honig einschmieren
  4. bei Bedarf Ruß und Asche draufstreuen
  5. ggf. Blasen öffnen.

Das Resultat

Tegaderm® 3M-Pflaster

Materialien

  • Tegaderm®-3M Pflaster
  • Vaseline
  • rotes/schwarzes Farbspray oder Fettfarbe

Durchführung

  1. Rötung auftragen
  2. größeren Vaseline-Klumpen auf den Arm auftragen und mit dem Tegaderm-Pflaster überkleben.
  3. Rand des Pflasters abziehen und Blasen nachmodellieren
  4. mit Farbspray die Brandwunde vervollständigen

Das Resultat

Vaseline® + Sprühpflaster

Materialien

  • hellrote,dunkelrote und schwarze Fettfarbe
  • Sprühpflaster
  • Vaseline
  • Schwamm
  • weißes Puder
  • Schmutz, Asche

Durchführung

  1. Grundieren mit den Fettfarben
  2. aus der Vaseline Blasen formen und auftragen
  3. Vaseline mit dem Sprühpflaster fixieren
  4. mit Puder, Asche und Schmutz sowie ggf. mit Farben nachschminken.

Das Resultat

Vaseline® + Zellstoff

Materialien

  • hellrote,dunkelrote und schwarze Farbe
  • Vaseline
  • Spatel
  • Schwamm und Stoppelschwamm
  • Zellstoff, z.B. Taschentuch
  • ev. Schmutz, Asche

Durchführung

  1. Rötung vorgrundieren
  2. mit Gitterschwamm und schwarzer Farbe tupfen
  3. Vaseline mit Spatel auf der Haut formen
  4. Zellstoff (möglichst dünn) in Blasengröße auf die Blasen legen und angleichen
  5. nachmodellieren und ggf. Asche/Schmutz draufstreuen

Das Resultat

Merkblatt für den Einsatz von Verletztendarstellern auf Übungen

Um bei Übungen die Verletzungsgefahr von Verletztendarstellerm zu vermindern, beachte bitte die folgenden Punkte bei Deiner Übungsplanung.

  • Wir wollen bei Rettungsübungen Gefahren simulieren, um für einen Realfall zu üben. Keiner von uns möchte solche Situationen in der Realität erleben, auch ein Verletztendarsteller nicht.
  • Lege daher bei Deiner Übung den höchstmöglichen Sicherheitsanspruch zugrunde. Platziere keine Darsteller in einem realen Gefahrenbereich. Der Darsteller muß ständig in der Lage sein, seinen Eigenschutz wahren zu können. Ihm muß immer eine Fluchtmöglichkeit für die Selbstrettung zur Verfügung stehen.
  • Auf keinen Fall darf ein Darsteller zu einer bestimmten Rettungsmethode gezwungen werden. Sollte er oder der JRK-Gruppenleiter Bedenken oder sogar Angst bei einer Maßnahme haben, so ist diese zu unterlassen. Dies gilt besonders für den Einsatz von schwerem Rettungsgerät und Rettung aus höheren oder tieferen Lagen. Ist beabsichtigt, Verletztendarsteller aus Fahrzeugen mittels schwerem Rettungsgerät zu befreien, so muß sichergestellt sein, daß keine Gefährdung durch Airbag-Systeme besteht. Diese sind gegebenenfalls durch Fachpersonal zu entschärfen. Ein Airbag-Schutzsystem reicht nicht aus.
  • Sprich den geplanten Ablauf der Übung mit dem jeweiligen JRK-Gruppenleiter vor Beginn ab. Setze ihn gegebenenfalls auch von geplanten Effekten in Kenntnis. Es sollte selbstverständlich sein, keine Brand- oder Knallsätze in geschlossenen Räumen einzusetzen, in denen sich Darsteller befinden. Einzige Ausnahme bildet nur sogenannter Disconebel.
  • Falls der Darsteller aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund von Witterungseinflüssen seinen Standort verlassen muß, meldet dieser sich bei seinem JRK-Gruppenleiter, welcher wiederum die Übungsleitung informiert.
  • Ist für die Übung ein Codewort für reale Notfälle vereinbart worden, teile dieses bitte allen an der Übung beteiligten Personen ausdrücklich mit.
  • Wird ein Darsteller während der Übung gefährdet, so hat der JRK-Gruppenleiter das Recht seine Verletztendarsteller unverzüglich von der Übung abzuziehen.

Liste der RUD-Ausbilder in Schleswig-Holstein

Der JRK-Arbeitskreis RUD ist für die Ausbildung der RUD-Ausbilder in Schleswig-Holstein zuständig. Hier findet Ihr eine Auflistung aller durch den AK-RUD registrierten RUD-Ausbilder.

Kontakt zu den RUD-Ausbildern erfolgt über die Kreisverbandsgeschäftsstellen. Der Link führt zu detaillierten postalischen Angaben. Der AK RUD ist per Mail erreichbar: ak-rud@lists.jrk.de.

  • Adam, Alexander: Steinburg
  • von Baudissin, Sebastian: Plön
  • Barz, Torben: Pinneberg
  • Bethien, Markus: Herzogtum-Lauenburg
  • Burgenlehner, Eike: Rendsburg-Eckernförde
  • Christiansen, Margit: Dithmarschen
  • Christiansen, William: Dithmarschen
  • Hohn, Ralf: Schleswig-Flensburg
  • Rieck, Sönke: Stormarn
  • Schilling, Malte: Stormarn
  • Schulz, Sandra: Pinneberg
  • Torlinski, Björn: Segeberg
  • Torlinski, Sven: Segeberg
  • Wahrenberg, Günther: Schleswig-Flensburg
  • Wüst, Carina: Pinneberg

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